Aktionärsbrief

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre
Sehr geehrte Damen und Herren
Als grösstes Bündner Energieunternehmen trägt Repower nicht nur gegenüber ihren Aktionärinnen und Aktionären eine besondere Verantwortung, sondern auch gegenüber dem Kanton und seinen Gemeinden. Sie setzt sich für die Versorgungssicherheit ein, für den Erhalt und den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion sowie für sichere Arbeitsplätze in den Bündner Tälern. 2025 investierten wir insgesamt 142 Millionen Franken, zum grossen Teil in Produktions- und Netzanlagen im Kanton. Die regionale Wertschöpfung, die Repower damit generierte, ist eindrücklich.
Einige Zahlen veranschaulichen dies: Aufträge im Umfang von über 30 Millionen Franken gingen an Unternehmen in Graubünden. Über Wasserzinsen, weitere Konzessionsleistungen und Steuern flossen 28,5 Millionen Franken direkt an Gemeinden und den Kanton. Ende 2025 beschäftigte Repower in der Schweiz und in Italien insgesamt 747 Mitarbeitende, davon 466 allein in Graubünden (hier geht's zur Mitarbeitendenstatistik). Die Mitarbeitenden mit Arbeitsplatz im Kanton erzielten 2025 gemeinsam ein Einkommen von 53,5 Millionen Franken.
Mit den anstehenden Heimfällen in der Bündner Wasserkraft bietet sich dem Kanton und den Gemeinden in den nächsten Jahren die einmalige Gelegenheit, Repower als Bündner Institution und Arbeitgeberin weiter zu stärken.
Das erneut sehr gute Finanzergebnis im Geschäftsjahr 2025 stützt die solide Kapitalisierung und operative Widerstandsfähigkeit des Unternehmens. So kann Repower ihre Strategie weiter konsequent verfolgen und in eine sichere, moderne Energieversorgung investieren. Mit einem EBIT von 133 Millionen Franken liegt das Ergebnis des Geschäftsjahres 2025 über dem langjährigen Durchschnitt. Der Gruppengewinn liegt bei 101 Millionen Franken und die Eigenkapitalquote ist auf 59 Prozent angestiegen (hier geht's zum Finanzkommentar).
Die Verfügbarkeit der Netzinfrastruktur erreichte 2025 bemerkenswerte 99,998 Prozent. Das bedeutet, dass eine Repower-Kundin bzw. ein Repower-Kunde im Durchschnitt lediglich knapp 13 Minuten auf Strom verzichten musste (hier geht's zur Netzstatistik).
Mit 9,6 Rp. pro Kilowattstunde gehören die Energiepreise von Repower zu den tiefsten der Schweiz. Über alle Preiskomponenten hinweg liegt der Strompreis in der Grundversorgung leicht über dem Schweizer Median. Ausschlaggebend dafür sind die höheren Netzkosten, die sich aus der dünnen Besiedelung und der anspruchsvollen Topografie des zu versorgenden Berggebiets ergeben. Die Versorgung erfolgt weiterhin mit einheimischem, erneuerbarem Strom aus den eigenen Bündner Wasserkraftwerken.
Die gesamte Stromproduktion im Jahr 2025 belief sich auf 2’147 GWh. Nach einer nur schwach ausgeprägten Schneeschmelze im Frühjahr blieben auch die Niederschläge im weiteren Jahresverlauf unter dem Durchschnitt. Dies wirkte sich spürbar auf die Produktion der Wasserkraftwerke in Graubünden aus.
Dank konsequenter Investitionen in den Ausbau der Photovoltaik steigt die Produktion der Solaranlagen weiterhin deutlich. Die Windparks in Italien und Deutschland verzeichneten hingegen wetterbedingt einen leichten Rückgang. Das italienische Gaskombikraftwerk Teverola war aufgrund eines längeren Ausfalls nur eingeschränkt verfügbar und produzierte entsprechend deutlich weniger als in den Vorjahren.
Der Grossteil der Stromproduktion von Repower stammte auch 2025 aus der Bündner Wasserkraft (56 Prozent). Zugenommen im gesamten Strommix hat der Anteil der Kernenergie, da Repower ihre Beteiligung an der ENAG (Energiefinanzierungs AG) per 1. Januar 2025 erhöhte. Die ENAG sichert sich Energie von EDF (Electricité de France) und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz (hier geht's zur Produktionsstatistik).
Repower modernisiert die Bündner Wasserkraft mit hohen Investitionen. So wurde 2025 mit der kompletten Sanierung des Kraftwerks Silvaplana gestartet. Bereits abgeschlossen wurde die Erneuerung der Kraftwerke Campocologno und Papierfabrik sowie die Teilerneuerung des Kraftwerks Klosters. Die umfassende Modernisierung der Wasserfassung Miralago, die vor allem den Fischen im Poschiavino und im Lago di Poschiavo zugutekommt, ist in Gang. Im September hatte Madrisa Solar im Prättigau nach erfolgreicher Teilinbetriebnahme damit begonnen, Strom ins Netz einzuspeisen – als erstes alpines Solarkraftwerk der Schweiz.
Mit der zunehmenden Integration von Photovoltaikanlagen, Elektrofahrzeugen und Wärmepumpen sowie dem fortschreitenden Ausbau digitaler Stromnetze (Smart Grids) steigt der Investitionsbedarf in die Verteilnetze. 2025 beliefen sich die Investitionen ins Bündner Verteilnetz auf rund 39 Millionen Franken. Die grössten Investitionen wurden in den Rollout des Smart Meters sowie in die Modernisierung und den Ausbau verschiedener Unterwerke getätigt.
Die Tradingabteilung in Poschiavo erzielte 2025 dank der richtigen Einschätzung der Marktentwicklung sehr gute Resultate. Neben dem erfolgreichen Management von Spreads zwischen verschiedenen Märkten, leistet auch die kurzfristige Optimierung des Kraftwerkparks in einem volatilen Marktumfeld einen wesentlichen Beitrag zum guten Ergebnis. Das Marktumfeld erwies sich als anspruchsvoll, bedingt durch die unterdurchschnittlichen Wassermengen, zahlreiche Stunden mit sehr tiefen oder gar negativen Preisen infolge des starken Solarzubaus und geopolitisch geprägte Ausschläge. Repower rechnet auch künftig mit hoher Volatilität an den Märkten und setzt auf diszipliniertes Risikomanagement und Marktanalysen, um Chancen in diesem Umfeld zu nutzen.
Die Strategie für den Ausbau der Erneuerbaren in Italien ist auf Kurs. Repower Renewable startete den Bau von drei Freiflächen-Photovoltaikanlagen. Darunter den 67-MW-Agrivoltaik-Solarpark bei Ciminna auf Sizilien, der 2026 ans Netz angeschlossen wird.
Der Vertrieb in Italien bleibt konsequent auf Wachstum ausgerichtet. Es wurde eine Kampagne zum Ausbau der Vertriebsorganisation und des Grosskundengeschäfts gestartet. Insgesamt lieferte Repower Italia im zurückliegenden Jahr an ihre Endkunden rund 4’285 GWh Strom und knapp 327 Millionen Kubikmeter Gas. An die Schweizer Marktkunden lieferte Repower insgesamt 340 GWh Strom.
Über ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten berichtet die Repower-Gruppe seit 2021 nach den GRI-Standards. Seit 2024 werden ausgewählte Kennzahlen zudem einer externen Prüfung unterzogen. Der Nachhaltigkeitsbericht zeigt unter anderem auf, wo die Repower-Gruppe bei der Erreichung ihrer Klimaziele steht und mit welchen konkreten Massnahmen sie diese weiterverfolgt (hier geht's zum Nachhaltigkeitsbericht).
Dividende
Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 13. Mai 2026 eine Dividende in der Höhe von CHF 5.00 pro Aktie und eine Sonderdividende von CHF 0.50 (hier geht's zur Titelstatistik).
Ausblick
Dank der guten Geschäftsentwicklung steht Repower auf einem soliden finanziellen Fundament. Diese Stärke verschafft ihr den nötigen Spielraum, um die kommenden Herausforderungen vorausschauend und konsequent anzugehen. In den nächsten Jahren investiert das Unternehmen weiterhin gezielt in den Ausbau und die Erneuerung der Produktionsanlagen und Netzinfrastruktur. Damit stärkt Repower ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig und trägt wesentlich zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Energieversorgung bei. Für 2026 wird ein gutes Ergebnis erwartet.
Dank
Ein erfreuliches Ergebnis ist immer das Werk vieler. Unser besonderer Dank gilt daher allen Mitarbeitenden, die mit Fachwissen, Engagement und Verlässlichkeit zum Erfolg von Repower beitragen. Ebenso danken wir unseren Kundinnen und Kunden, unseren Lieferanten und Partnern, unseren Aktionärinnen und Aktionären sowie den Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden, Kanton und Bund für das Vertrauen, die Unterstützung und die konstruktive Zusammenarbeit. Ihr Beitrag ist entscheidend, damit Repower auch künftig eine verantwortungsvolle und verlässliche Rolle in der Energiezukunft übernehmen kann.

Barbara Janom Steiner
Präsidentin des Verwaltungsrats

Roland Leuenberger
CEO