Finanzkommentar

Repower schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem EBIT von 133 Mio. CHF und einem Gruppengewinn von 101 Mio. CHF ab. Die weiter gestärkte Eigenkapitalquote unterstreicht die solide finanzielle Verfassung und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens.

Einleitung zum Finanzkommentar

Repower erzielte 2025 ein Ergebnis über dem langjährigen Durchschnitt, auch wenn es nach zwei aussergewöhnlich starken Vorjahren tiefer ausfiel. Das EBIT beträgt 133 Mio. CHF (Vorjahr: 175 Mio. CHF), der Gruppengewinn 101 Mio. CHF (Vorjahr: 138 Mio. CHF) und bleibt damit erneut dreistellig. Die Eigenkapitalquote stieg um 6 Prozentpunkte auf 59 Prozent und hat sich damit in den letzten fünf Jahren deutlich verbessert. Das unterstreicht die starke finanzielle Basis, die in den letzten Jahren aufgebaut wurde.

Die nachfolgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Einflussfaktoren des Geschäftsjahres 2025 und geben eine erste Einschätzung zur zukünftigen Entwicklung.

Marktumfeld und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Im Jahr 2025 stiegen die Schweizer Day-Ahead-Strompreise deutlich an und lagen im Durchschnitt bei rund 102 EUR/MWh (+34 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Haupttreiber war eine unterdurchschnittliche Hydrologie in der Schweiz. Der im Vergleich zu Deutschland stärkere Preisanstieg führte dazu, dass sich der Spread zwischen der Schweiz und Deutschland nach der Umkehr im Jahr 2024 wieder positiv entwickelte und im Jahresdurchschnitt rund 12 EUR/MWh betrug.

Der weiterhin dynamische Ausbau der Photovoltaik in Europa reduzierte die Spreads zwischen Spitzen- und Grundlast auf ein sehr niedriges Niveau und erhöhte die Anzahl der Stunden mit negativen Preisen. Insgesamt blieb die Preisvolatilität an den Strommärkten hoch.

Die der Repower verfügbare Energie aus Eigenproduktion sowie aus Beteiligungen und Bezugsrechten sank gegenüber dem Vorjahr um rund 490 GWh. Der Rückgang ist überwiegend dem Segment Italien zuzuordnen, wo der längere Ausfall des Gaskombikraftwerks Teverola die thermische Eigenproduktion deutlich reduzierte. Eine höhere Photovoltaik-Eigenproduktion in Italien wirkte dem Rückgang zwar entgegen, konnte ihn jedoch nur teilweise kompensieren.

Im Segment «Markt Schweiz» lagen die verfügbaren Mengen ebenfalls unter dem Vorjahr. Ursache war insbesondere eine nur schwach ausgeprägte Schneeschmelze im Frühjahr. Dies beeinträchtigte die Produktion der Wasserkraftwerke in Graubünden spürbar. Der Rückgang der Stromproduktion fiel jedoch deutlich geringer aus als im Segment «Markt Italien», da die Kernenergiebezugsrechte insbesondere aufgrund der Anteilserhöhung an der ENAG Energiefinanzierungs AG stärker zunahmen.

Umsatzentwicklung und operatives Ergebnis

Die Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen der Repower-Gruppe sanken 2025 auf 1’957 Mio. CHF (2’452 Mio. CHF). Das hing unter anderem mit den niedrigeren verfügbaren Strommengen als auch mit einem tieferen Handelsvolumen zusammen. Die Energiebruttomarge verringerte sich um 60 Mio. CHF auf 362 Mio. CHF (422 Mio. CHF) und war damit die zentrale Ursache für den Rückgang des EBIT von 175 Mio. CHF um 42 Mio. CHF auf 133 Mio. CHF.

Markt Schweiz

Im Segment «Markt Schweiz» ging die Energiebruttomarge gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Sie sank um 48 Mio. CHF auf 243 Mio. CHF (291 Mio. CHF). Unterdurchschnittliche hydrologische Bedingungen in der Schweiz führten zu einer tieferen Stromproduktion. Die konzessionsrechtlichen Abgaben, einschliesslich der monetär abgegoltenen Gratisenergie an die Gemeinden, reduzierten sich um 5 Mio. CHF.

Aufgrund aktualisierter, tieferer Preisprognosen wurden im Berichtsjahr Wertminderungen auf Produktionsanlagen in Höhe von 12 Mio. CHF erfasst (2 Mio. CHF). Die Wertminderungen betreffen Wasserkraftwerke in der Schweiz sowie Windkraftanlagen in Deutschland.

Im Vorjahr wurden Rückstellungen für belastende Verträge in Höhe von 8 Mio. CHF gebildet, davon 4 Mio. CHF für die Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft eines Kraftwerks. Diese Rückstellung in Höhe von 4 Mio. CHF wurde im laufenden Jahr verwendet.

2025 wurden für die erwarteten Kosten des Rückbaus einer Druckleitung 3 Mio. CHF als Aufwand erfasst.

Das EBIT 2025 beträgt 114 Mio. CHF (160 Mio. CHF) und liegt damit 46 Mio. CHF unter dem Vorjahreswert. Trotz des Rückgangs bleibt das Ergebnis auf einem hohen Niveau. Wesentlich dazu beigetragen hat das internationale Handelsgeschäft, das sich erneut als wichtigster Ergebnistreiber erwiesen hat.

Markt Italien

Im Segment «Markt Italien» verringerte sich die Energiebruttomarge im Berichtsjahr um 13 Mio. CHF auf 119 Mio. CHF (132 Mio. CHF). Das Gaskombikraftwerk Teverola stand im Jahr 2025 aufgrund eines beschädigten Hochspannungsverbindungskabels zum nationalen Stromnetz während mehrerer Monate nicht zur Verfügung.

Im Zusammenhang mit dem Stillstand reduzierten sich die Fremdleistungen um 2 Mio. CHF. Zudem fielen die Versicherungsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 1 Mio. CHF tiefer aus. Die planmässigen Abschreibungen waren um 2 Mio. CHF tiefer, da ein Teil der Komponenten bereits vollständig abgeschrieben war. Demgegenüber wurde per 31. Dezember 2025 für das Gaskombikraftwerk Teverola eine Wertberichtigung von 3 Mio. CHF erfasst. Auslöser hierfür waren der Rückgang des Clean Spark Spreads sowie geringere Erlöse aus dem italienischen Kapazitätsmarkt.

Mit der Erstellung von Photovoltaik-Anlagen stiegen die Umsatzerlöse im Jahr 2025 um 10 Mio. CHF. Bei den Bestandsänderungen aus Kundenaufträgen ergab sich hingegen eine Bestandsabnahme von 5 Mio. CHF, nachdem im Vorjahr noch ein Bestandsaufbau von 1 Mio. CHF zu verzeichnen war (Veränderung gegenüber Vorjahr: –6 Mio. CHF). Insgesamt überstieg der Umsatzzuwachs damit die gegenläufige Entwicklung der Bestandsveränderungen, sodass sich per Saldo eine positive Ergebniswirkung von 4 Mio. CHF ergibt.

Die Personalaufwendungen erhöhten sich um 2 Mio. CHF im Zusammenhang mit dem Ausbau der Mitarbeitenden im Segment «Markt Italien». Im Vertriebsbereich konnten die Aufwendungen für Marketing und Kommunikation dagegen um 3 Mio. CHF reduziert werden, da weniger Werbekampagnen durchgeführt wurden.

Im Vertriebsaufwand 2024 waren einmalige Aufwendungen aus einer Incentive- und Fortbildungsveranstaltung für Vertriebsagenten enthalten. Entsprechend fielen die Aufwendungen für Vertriebsagenten 2025 um 2 Mio. CHF tiefer aus.

Ebenfalls sanken die Debitorenverluste im Vergleich zum Vorjahr um 1 Mio. CHF.

Das EBIT im Segment «Markt Italien» verringerte sich auf 27 Mio. CHF (28 Mio. CHF).

Übrige Segmente und Aktivitäten

Das EBIT des Segments «Übrige Segmente und Aktivitäten» belief sich auf –8 Mio. CHF (–13 Mio. CHF). Die Verbesserung des negativen Ergebnisses ist im Wesentlichen auf den im Berichtsjahr erzielten Veräusserungsgewinn aus nicht betriebsnotwendigen Liegenschaften in Höhe von 5 Mio. CHF zurückzuführen.

Finanzerfolg

Der negative Finanzerfolg erhöhte sich von –9 Mio. CHF auf –15 Mio. CHF. Haupttreiber waren Verluste aus Währungsumrechnung und Devisentermingeschäften von –4 Mio. CHF (Vorjahr 0 Mio. CHF), verursacht durch den schwächeren Euro gegenüber dem CHF. Nach der Rückzahlung der Anleihe über 150 Mio. CHF Ende 2024 und des Grünscheindarlehens über 25 Mio. EUR Anfang 2025 sowie wegen tieferer Zinsen gingen Zinserträge und -aufwand zurück. Die Netto-Zinslast stieg dennoch um 1 Mio. CHF.

Ergebnis vor Ertragssteuern und Gruppengewinn

Bei einem Ergebnis vor Ertragssteuern von 118 Mio. CHF (166 Mio. CHF) verminderten sich die ausgewiesenen Ertragssteuern von 28 Mio. CHF auf 17 Mio. CHF.

Repower schliesst das Geschäftsjahr 2025 mit einem Gruppengewinn in Höhe von 101 Mio. CHF ab (138 Mio. CHF).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme reduzierte sich im Geschäftsjahr 2025 von 2’235 Mio. CHF auf 2’084 Mio. CHF (–7 Prozent).

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen erhöhte sich von 1’053 Mio. CHF um 52 Mio. CHF auf 1’105 Mio. CHF. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf Investitionen in Sachanlagen bei den einbezogenen Gesellschaften sowie auf Zugänge im Zusammenhang mit Unternehmensakquisitionen zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2025 veränderte sich der Konsolidierungskreis infolge mehrerer Transaktionen: Repower erlangte die Kontrolle über die Resol Ciminna S.r.l. (Erwerb der verbleibenden 50 Prozent) und Renewable Community società benefit S.r.l. Zusätzlich wurden zwei Projektgesellschaften (B. Energie Castello di Annone S.r.l. und ESE Rizzuto S.r.l.) erworben. Zudem wurde die Beteiligung an der ENAG auf 22,25 Prozent erhöht (neu assoziiertes Unternehmen).

Die Investitionen im Jahr 2025 beliefen sich auf 142 Mio. CHF. Davon entfielen 65 Mio. CHF auf das Segment «Markt Schweiz», insbesondere auf das Verteilnetz, die Unterwerke und die Produktionsanlagen. Im Segment Markt Italien waren es 77 Mio. CHF, mit einem Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien.

Umlaufvermögen

Das Umlaufvermögen nahm um 17 Prozent ab. Haupttreiber waren deutlich tiefere positive Wiederbeschaffungswerte aus Held-for-Trading-Positionen (–148 Mio. CHF) sowie geringere Rechnungsabgrenzungen (–63 Mio. CHF). Gleichzeitig wurden finanzielle Mittel in kurzfristige Finanzanlagen umgeschichtet (+59 Mio. CHF). Dadurch wurde der leichte Rückgang der flüssigen Mittel (–24 Mio. CHF) mehr als kompensiert. Operativ gingen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte zurück (zusammen –28 Mio. CHF).

Eigenkapital

Das sehr gute Gruppenergebnis in Höhe von 101 Mio. CHF, Dividendenausschüttungen (inklusive Ausschüttungen an Minderheiten) von 49 Mio. CHF, Umrechnungsverluste von 2 Mio. CHF sowie sonstiger Bewegungen in Höhe von –1 Mio. CHF führten zu einem Eigenkapital am Jahresende von 1’230 Mio. CHF (1’181 Mio. CHF). Die Eigenkapitalquote stieg damit auf 59 Prozent (53 Prozent).

Fremdkapital

Das Fremdkapital reduzierte sich von 1’055 Mio. CHF um 201 Mio. CHF auf 854 Mio. CHF. Haupttreiber war das kurzfristige Fremdkapital, das um 169 Mio. CHF zurückging. Grund dafür waren vor allem tiefere negative Wiederbeschaffungswerte aus Held-for-Trading-Positionen (–89 Mio. CHF) und geringere passive Rechnungsabgrenzungen (–72 Mio. CHF). Dazu kamen weitere Rückgänge bei kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen.

Das langfristige Fremdkapital sank um 32 Mio. CHF. Ausschlaggebend war der Abbau der langfristigen Finanzverbindlichkeiten (–40 Mio. CHF). Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 27 Mio. CHF. Insgesamt wurden die Finanzverbindlichkeiten damit um 13 Mio. CHF reduziert.

Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten nahmen um 7 Mio. CHF zu. Das hängt vor allem mit dem negativen Goodwill aus dem Erwerb der Kontrolle der Resol Ciminna S.r.l. zusammen. Dieser wird über fünf Jahre planmässig aufgelöst.

Liquiditätslage

Der Geldbestand bzw. der Fonds Netto-flüssige Mittel der konsolidierten Geldflussrechnung liegt mit CHF 339 Mio. CHF (363 Mio. CHF) auf hohem Niveau.

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens blieb mit 169 Mio. CHF nahezu unverändert (172 Mio. CHF). Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit verbesserte sich vor allem, weil weniger Mittel im Nettoumlaufvermögen gebunden waren. Die Investitionen ins Nettoumlaufvermögen lagen um 24 Mio. CHF unter dem Vorjahreswert. Insgesamt stieg der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit um 21 Mio. CHF auf 221 Mio. CHF (200 Mio. CHF).

Im Berichtsjahr 2025 ergab sich ein Nettoabfluss aus Investitionstätigkeit von 183 Mio. CHF. Davon entfallen rund 116 Mio. CHF auf Investitionen in Sach- und immaterielle Anlagen (netto), rund 13 Mio. CHF auf Unternehmenstransaktionen (insbesondere ENAG, Resol Ciminna S.r.l., ESE Rizzuto S.r.l. sowie B. Energie Castello di Annone S.r.l.) und rund 61 Mio. CHF auf Finanzanlagen (netto). Gegenläufig wirkten Desinvestitionen von insgesamt rund 7 Mio. CHF, vor allem aus dem Areal Maissen sowie der AC-Ladeinfrastruktur (PLUG’N ROLL).

Der Free Cashflow war 2025 mit 38 Mio. CHF erneut positiv (228 Mio. CHF). Repower generierte damit im Berichtsjahr mehr liquide Mittel, als für den operativen Geschäftsbetrieb und Investitionen benötigt wurden. Zusammen mit dem weiterhin hohen Geldbestand bildete dies die Grundlage für die Rückzahlung von Schulden sowie die erfolgte Dividendenausschüttung.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit verringerte sich 2025 deutlich und sank von –232 Mio. CHF im Vorjahr auf  –61 Mio. CHF. Hauptgrund war die im Vorjahr erfolgte Rückzahlung der Repower-Anleihe in Höhe von 150 Mio. CHF sowie die im Vorjahr um 10 Mio. CHF höhere Dividendenzahlung der Repower AG inklusive der Dividendenzahlung an Minderheiten.

Die flüssigen Mittel und die Finanzanlagen (liquide Assets) in Höhe von insgesamt 401 Mio. CHF übersteigen die finanziellen Verbindlichkeiten von 273 Mio. CHF. Die im Vorjahr bestehende Nettoliquidität von –80 Mio. CHF erhöhte sich im Jahr 2025 auf –128 Mio. CHF.

Dividendenvorschlag

Aufgrund des sehr guten Jahresergebnisses, der starken Kapitalstruktur und der hohen Liquidität der Repower AG und der Repower-Gruppe beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 13. Mai 2026, zusätzlich zur ordentlichen Dividende von CHF 5.00 je Namenaktie, eine Sonderdividende von CHF 0.50 je Namenaktie. Damit beläuft sich die Gesamtausschüttung auf CHF 5.50 je Namenaktie.

Ausblick

Repower steht auf einem soliden finanziellen Fundament. Das gibt uns den nötigen Spielraum, um die anstehenden Aufgaben in einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld konsequent anzugehen. Die Energiemärkte bleiben von Unsicherheiten und hoher Volatilität geprägt. Der steigende Anteil von Wind und Solarstrom führt häufiger zu Überangeboten und stärkeren Preisschwankungen bis hin zu negativen Strompreisen. Gleichzeitig nimmt der Wert von Flexibilität, Systemdienstleistungen und effizienter Systemführung zu. Auch steigen die Anforderungen an Netzstabilität sowie an eine vorausschauende Markt- und Preissteuerung im Energiegeschäft.

In den nächsten Jahren investiert Repower gezielt in den Ausbau erneuerbarer Produktionsanlagen sowie in die Erneuerung und Verstärkung der Netzinfrastruktur. Im Fokus stehen die Modernisierung und Weiterentwicklung unseres Portfolios, die bessere Integration erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Versorgungssicherheit. Die fortschreitende Digitalisierung, zum Beispiel durch Smart Meter und Smart Grid Lösungen, unterstützt eine präzisere Steuerung, schafft mehr Transparenz und hilft, das Netz stabil und kosteneffizient zu betreiben.

Mit diesen Massnahmen stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Energieversorgung. Für 2026 erwarten wir ein gutes Ergebnis.

https://onlinereport.repower.com/25/ar/de/wp-json/public/posts/