KLIMAWANDEL
Der Klimawandel ist für Repower ein wesentliches ökologisches und reputationsrelevantes Thema. Die Treibhausgasemissionen von Repower entstehen insbesondere in der Energieproduktion und in der vor- und nachgelagerten Lieferkette.
Auswirkungen
Repower leistet durch den starken Fokus auf erneuerbare Energieproduktion in der Schweiz und Italien einen Beitrag zur Eindämmung des Klimawandels. Ein Grossteil der Stromproduktion erfolgt in Wasser-, Wind-, und Solaranlagen. In Teverola betreibt Repower auch ein Gaskombikraftwerk. Eine wichtige Funktion dieses Kraftwerks ist die Sicherstellung der Netzstabilität. Dies geschieht allerdings unter Freisetzung von Treibhausgasemissionen. Weitere Emissionen entstehen entlang der Lieferkette, vor allem durch den Verkauf von Strom und Gas an Endkundinnen und -kunden. Mit bewusstem Einkaufs- und Auftragsvergabemanagement, Smart-Metering-Lösungen, Dienstleistungen im Bereich Energieeffizienz und dem Ausbau der Elektromobilität kann Repower in der vor- und nachgelagerten Lieferkette hingegen auch zu einer Reduzierung der Emissionen beitragen.
Risiken
Repower hat freiwillig, gestützt auf die Verordnung über die Berichterstattung über Klimabelange, eine Analyse ihrer klimabezogenen Risiken und Chancen durchgeführt. Welche diese sind und wie sich diese auf Repower auswirken, hat die Repower-Gruppe analysiert (siehe TCFD-Inhaltsindex). Der Klimawandel stellt Repower vor Herausforderungen, die sowohl Übergangsrisiken als auch physische Risiken umfassen. Steigende CO₂-Preise könnten die Betriebskosten des Gaskombikraftwerks Teverola erhöhen. Engpässe bei Rohstoffen und Infrastrukturen könnten Projekte verzögern und Kosten erhöhen. Obwohl alle erforderlichen Vorsichtsmassnahmen getroffen werden, kann ein Reputationsrisiko nicht ausgeschlossen werden, insbesondere aufgrund direkter Emissionen und Emissionen in der Wertschöpfungskette. Bei den physischen Risiken wird zwischen chronischen und akuten Risiken unterschieden. Chronische physische Risiken ergeben sich insbesondere aus veränderten Niederschlagsmustern, Wasserknappheit und Gletscherschmelze. Diese chronischen Risiken beeinflussen vor allem die Wasserkraftproduktion der Repower-Gruppe. Akute physische Risiken wie extreme Wetterereignisse können die Infrastruktur beschädigen. Schwache Windphasen können die Effizienz von Windkraftanlagen mindern und temporäre Wasserknappheit aufgrund von Dürren kann zu unerwarteten und ungeplanten Einbussen bei der Energieerzeugung führen.
Die klimabezogenen Risiken sind Bestandteil des Risk and Control Assessment der Repower-Gruppe (siehe Einleitung).
Richtlinien und Sorgfaltsprüfung
Repower Schweiz verfügt über ein Umweltmanagementsystem, das nach ISO 14001 zertifiziert ist, darin sind unter anderem Prozesse und Verantwortlichkeiten zur jährlichen Messung der Treibhausgasemissionen definiert. Auch die SET S.p.A., Betreiberin des Gaskombikraftwerks Teverola, verfügt über ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagementsystem und ist beim europäischen System für Umweltmanagement EMAS registriert. Das Gaskombikraftwerk Teverola unterliegt den Bestimmungen des Europäischen Treibhausgas-Emissionshandelssystems (ETS) und ist gesetzlich verpflichtet, seine CO2-Emissionen zu kompensieren. Zudem erstellt die Leitung des Kraftwerks zu Beginn jedes Dreijahreszyklus ein Umweltprogramm und definiert darin die wichtigsten Massnahmen des Umweltmanagementsystems (siehe Wassernutzung).
Repower ist auf Kurs
2024 hat die Repower-Gruppe klare Klimaziele festgelegt. Diese Ziele sind vom Verwaltungsrat genehmigt. Sie sind realistisch gesetzt und sollen mit konkreten Massnahmen und kontinuierlicher Überprüfung erreicht werden.
Intensitätsziel für die Stromproduktion (Scope 1): Im Jahr 2025 liegt die Emissionsintensität der Stromproduktion bereits deutlich unter dem für 2035 gesetzten Zielwert. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die sehr tiefe Stromproduktion des Gaskombikraftwerks Teverola zurückzuführen, das insbesondere aufgrund eines länger andauernden Ausfalls nur in geringem Umfang zur Produktion beigetragen hat. Unabhängig von diesem Sondereffekt verfolgt Repower das Intensitätsziel für 2035 weiterhin mittels Zubaus von erneuerbaren Produktionskapazitäten.
Absolutes Ziel für die übrigen Scope 1 und Scope 2 Emissionen: Seit dem Basisjahr 2022 verzeichnet Repower eine stetige Reduktion der übrigen Scope 1 und Scope 2 Emissionen. Die bisher umgesetzten Massnahmen zeigen Wirkung. Dazu zählen unter anderem die schrittweise Elektrifizierung der Fahrzeugflotte und der Einsatz von erneuerbarem Strom für den Eigenverbrauch.


Massnahmen
Die Repower-Gruppe investiert gezielt in den Ausbau erneuerbarer Energien in der Schweiz, Italien und Deutschland und setzt gleichzeitig auf den Erhalt und die Modernisierung bestehender Kraftwerke (siehe Energiewende).
Zur Reduktion verkehrsbedingter CO₂-Emissionen stellt Repower die firmeneigene Fahrzeugflotte, wo es sinnvoll ist, schrittweise auf Elektrofahrzeuge um. Im Jahr 2025 lag der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen im PKW-Fuhrpark der Repower-Gruppe bei 89 Prozent. Unter Einbezug der Spezialfahrzeuge, wie Gelände- und Transportfahrzeuge lag der Anteil bei 58 Prozent. Ergänzend fördert Repower die nachhaltige Mobilität der Mitarbeitenden durch Beiträge bei Abonnements für den öffentlichen Verkehr. An den Repower-Standorten stehen zudem Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge sowie Elektrofahrräder zur Verfügung.
Bei Repower Schweiz ist ein Grossteil des eigenen Strombedarfs durch erneuerbare Energie gedeckt. Auch die Energie, die zur Kompensation von Netzverlusten benützt wird, stammt aus erneurbaren Quellen. Mittelfristig strebt die Repower-Gruppe an, den gesamten eigenen Stromverbrauch mit erneuerbaren Energien zu decken.
Einbezug der Anspruchsgruppen
Bei Projekten zum Ausbau der erneuerbaren Energien bezieht Repower Schweiz die Anspruchsgruppen bereits in einer frühen Projektphase mit ein. Das Gaskombikraftwerk Teverola veröffentlicht jedes Jahr eine aktualisierte Umwelterklärung (siehe Wassernutzung). Der Elektrifizierungsprozess erfolgt bei Repower in Zusammenarbeit mit internen Bereichen, wie dem Fahrzeugmanagement sowie externen Partnern wie Mobility.
Messung der Effektivität
Die Repower-Gruppe misst jährlich ihre direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2 und 3) Treibhausgasemissionen nach Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) und dem Ansatz der operativen Kontrolle. Als Basisjahr dient das Jahr 2022. Eine detaillierte Auflistung der Treibhausgasmissionen ist im Anhang zu finden.
Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1): Die direkten Treibhausgasemissionen sind verantwortlich für 1,02 Prozent der Gesamtemissionen der Repower-Gruppe. Sie betrugen im Jahr 2025 gruppenweit 31’878 tCO2e , wovon 95,40 Prozent aus dem Gaskombikraftwerk Teverola stammten. Dies entspricht einer Reduktion um 84,89 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Reduktion ist darauf zurückzuführen, dass das Gaskombikraftwerk im Jahr 2025 aufgrund mehrerer Stillstandszeiten einen erheblichen Rückgang der Stromerzeugung verzeichnete. Die Stillstände führten insgesamt zu einer Ausfallzeit von rund sechs Monaten. Insbesondere wurde ein dreimonatiger Stillstand im Sommer durch den Bruch eines Hochspannungskabels verursacht; im Januar 2025 führte ein kritischer Vorfall an der Dampfturbine zu einem einmonatigen Stillstand; zwischen April und Mai 2025 wurden zudem Wartungsarbeiten durchgeführt, die teils geplant waren und teils dem Austausch beschädigter Komponenten dienten. Es ist zudem anzumerken, dass ein Teil der Ausfallzeiten mit den Monaten des Jahres zusammenfiel, die im Hinblick auf den Handel in der Regel durch günstigere Marktbedingungen gekennzeichnet sind. In den übrigen Monaten der Verfügbarkeit war die Anlage daher nicht kontinuierlich in Betrieb, da die Marktbedingungen nicht durchgehend rentabel waren.
Indirekte energiebedingte Treibhausgasemissionen (Scope 2): Die indirekten energiebedingten Treibhausgasemissionen sind verantwortlich für 0,08 Prozent der Gesamtemissionen der Repower-Gruppe. Die marktbasierten Emissionen betrugen im Jahr 2025 2’571 tCO2e. Es handelt sich um eine Reduktion von 41,37 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Sonstige indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3): Die indirekten Emissionen (Scope 3) der Repower-Gruppe umfassen 98,90 Prozent der Gesamtemissionen der Repower-Gruppe. Sie betrugen im Jahr 2025 3’094’301 tCO2e . Der Grossteil dieser Emissionen ist auf den Verkauf von Strom und Gas an Endverbraucher:innen zurückzuführen.
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in Tonnen CO 2 e |
2025 |
2024 |
2023 |
2022 |
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Direkte Emissionen (Scope 1) |
31’878 |
211’026 |
258’736 |
340’881 |
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Indirekte energiebedingte Emissionen (Scope 2, marktbasiert) |
2’571 |
4’385 |
4’580 |
4’498 |
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Sonstige indirekte Emissionen (Scope 3) |
3’094’301 |
3’552’232 |
3’000’483 |
2’956’812 |
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Total |
3’128’750 |
3’767’643 |
3’263’799 |
3’302’191 |