Konsolidierte Jahresrechnung Repower-Gruppe

Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung – Grundsätze

1 Bewertungs- und Bilanzierungsmethoden

allgemeine Angaben

Die Rechnungslegung der Repower-Gruppe erfolgt in Übereinstimmung mit den gesamten Fachempfehlungen zur Rechnungslegung (Swiss GAAP FER) und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild (True & Fair View) der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Der Ausweis der Abgrenzungen für erbrachte bzw. empfangene, aber noch nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen wurde angepasst (siehe Abschnitt «2 Korrektur Ausweisfehler»).

Rundungen können in Einzelfällen dazu führen, dass sich Werte in diesem Bericht nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und Prozentangaben sich nicht aus den dargestellten Werten ergeben.

2 Korrektur Ausweisfehler

Repower hat 2019 einen Ausweisfehler korrigiert. Die Abgrenzungen für erbrachte bzw. empfangene, aber noch nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen, welche bisher unter den Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erfasst waren, werden neu unter den aktiven und passiven Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen. Mit dieser Umstellung folgt Repower der in Swiss GAAP FER 3 «Darstellung und Gliederung» empfohlenen Mindestgliederung. Laut Rahmenkonzept der Swiss GAAP FER sind die betroffenen Vorjahresangaben anzupassen (Restatement). Folgende Auswirkungen ergeben sich:

 

2018

Restatement

2018 Restated

TCHF

 

 

 

 

 

 

 

Auswirkung auf die konsolidierte Bilanz

 

 

 

 

 

 

 

Aktiven

 

 

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

324'354

–275'493

48'861

Aktive Rechnungsabgrenzungen

3'674

275'493

279'167

 

 

 

 

Passiven

 

 

 

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

323'990

–255'060

68'930

Passive Rechnungsabgrenzungen

16'711

255'060

271'771

Es handelt sich um Umgliederungen innerhalb des Umlaufvermögens bzw. des kurzfristigen Fremdkapitals.

 

2018

Restatement

2018 Restated

TCHF

 

 

 

 

 

 

 

Auswirkung auf die konsolidierte Geldflussrechnung

 

 

 

 

 

 

 

Veränderungen

 

 

 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

54'182

–29'171

25'011

Aktive Rechnungsabgrenzungen

–988

29'171

28'183

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

–50'229

44'442

–5'787

Passive Rechnungsabgrenzungen

33

–44'442

–44'409

Der operative Geldfluss ist unverändert.

3 Konsolidierung

konsolidierungskreis

Die vorliegende konsolidierte Jahresrechnung umfasst die Jahresabschlüsse der Repower AG sowie sämtlicher Beteiligungen, an denen Repower direkt oder indirekt mehr als 50 Prozent der Stimmrechte hält oder auf andere Weise die Kontrolle ausüben kann. Diese Beteiligungen werden voll konsolidiert. Assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen werden nach der Equity-Methode in die Jahresrechnung einbezogen.

Übersicht über Tochterunternehmen, assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen

Gesellschaften

Sitz

Währung

Grundkapital in Tausend

Beteiligung 31.12.2019

Methode 1)

 

 

 

 

 

 

Repower AG

Brusio

CHF

7'391

-

V

Ovra electrica Ferrera SA

Trun

CHF

3'000

49,00%

V

Alvezza SA in Liquidation

Disentis

CHF

500

62,00%

V

Repartner Produktions AG

Poschiavo

CHF

20'000

51,00%

V

Repower Deutschland GmbH

Dortmund

EUR

11'525

100,00%

V

Repartner Wind GmbH

Dortmund

EUR

25

51,00%

V

Repower Italia S.p.A.

Mailand

EUR

2'000

100,00%

V

Repower Vendita Italia S.p.A.

Mailand

EUR

4'000

100,00%

V

SET S.p.A.

Mailand

EUR

120

61,00%

V

Energia Sud S.r.l.

Mailand

EUR

1'500

100,00%

V

SEA S.p.A.

Mailand

EUR

120

65,00%

V

REC S.r.l.

Mailand

EUR

10

65,00%

V

MERA S.r.l.

Mailand

EUR

100

100,00%

V

Immobiliare Saline S.r.l.

Mailand

EUR

10

100,00%

V

REV S.r.l.

Mailand

EUR

10

100,00%

V

Repower Renewable S.p.A.

Venedig

EUR

66'736

65,00%

V

Impianto Eolico Pian dei Corsi S.r.l.

Venedig

EUR

200

37,38%

V

ESE Cerignola S.r.l.

Venedig

EUR

100

65,00%

V

RES S.r.l.

Venedig

EUR

150

65,00%

V

Cramet Energie S.r.l.

Venedig

EUR

20

65,00%

V

ESE Terlizzi S.r.l.

Venedig

EUR

20

65,00%

V

ESE Salento S.r.l.

Venedig

EUR

10

65,00%

V

Elettrosud Rinnovabili S.r.l.

Venedig

EUR

10

65,00%

V

Quinta Energia S.r.l.

Erice

EUR

50

65,00%

V

ESE Armo S.r.l.

Venedig

EUR

30

65,00%

V

ESE Nurra S.r.l.

Venedig

EUR

200

43,55%

V

ESE Castelguglielmo S.r.l.

Venedig

EUR

30

65,00%

V

Compagnia Energie Rinnovabili S.r.l.

Venedig

EUR

100

65,00%

V

Parco Eolico Buseto S.p.A.

Erice

EUR

500

65,00%

V

ERA S.c.ar.l.

Venedig

EUR

30

64,99%

V

ESE Apricena S.r.l.

Venedig

EUR

30

65,00%

V

EL.IT.E. S.p.A.

Mailand

EUR

3'889

46,55%

E

Aerochetto S.r.l.

Catania

EUR

2'000

39,00%

E

Kraftwerk Morteratsch AG 2)

Pontresina

CHF

500

10,00%

E

Grischelectra AG 3)

Chur

CHF

1'000

11,00%

E

Terra di Conte S.r.l.

Lucera

EUR

10

32,50%

E

esolva ag

Weinfelden

CHF

792

42,05%

E

1) Legende: V Vollkonsolidiert, E Equity-Methode

2) Repower hält 10 Prozent des Aktienkapitals und 35,7 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Kraftwerk Morteratsch AG.

3) Das Grundkapital wurde zu 20 Prozent einbezahlt.

Bis auf die Grischelectra AG, welche per Stichtag 30.09. abschliesst, schliessen alle Tochtergesellschaften, Assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen per Kalenderjahr ab.

Bei der Ovra electrica Ferrera SA, Trun, handelt es sich um eine Kraftwerksgesellschaft, an welcher die Standortgemeinde zu 51 Prozent beteiligt ist. Die Repower-Gruppe trägt über die Repower AG die volle operative Verantwortung und setzt 100 Prozent der produzierten Energie am Markt ab. Dadurch übt die Repower-Gruppe eine beherrschende Stellung aus und die Ovra electrica Ferrera SA wird somit vollkonsolidiert.

Abweichend von der Kapitalbeteiligung übt Repower 30 Prozent der Stimmrechte an der Grischelectra AG aus und beherrscht aufgrund vertraglicher Regelungen die Grischelectra AG gemeinsam mit dem Kanton Graubünden. Bei der Grischelectra AG handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen.

Die vertraglichen Regelungen im Zusammenhang mit der Beteiligung an der Kraftwerk Morteratsch AG sowie an der Terra di Conte S.r.l. sehen vor, dass sämtliche relevanten Entscheide einstimmig zu treffen sind. Bei der Kraftwerk Morteratsch AG und der Terra di Conte S.r.l. handelt es sich um Gemeinschaftsunternehmen.

Zugänge zum Konsolidierungskreis

2019 gab es keine Zugänge zum Konsolidierungskreis.

2018 hat Repower einen Anteil von 65 Prozent an der Repower Renewable S.p.A., welche wiederum an Wasser-, Solar- und Windkraftanlagen beteiligt ist, durch Einlage der bestehenden Konzerngesellschaften SEA S.p.A. und REC S.r.l. sowie durch Zahlung erworben.

Die nachstehende Tabelle fasst die wesentlichen verbuchten Beträge an erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Verbindlichkeiten per Akquisitionsdatum, 5. Dezember 2018, sowie den Kaufpreis und den entstandenen Goodwill aus der Akquisition zusammen:

 

 

Gesamtsumme

TCHF

 

 

 

Anmerkung

 

 

 

 

Sachanlagen

15

115'068

Beteiligungen an Assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen

17

267

Finanzanlagen und Wertschriften

18, 24

3'030

Aktive latente Ertragssteuern

19

733

Vorräte

20

12

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

21

4'564

Sonstige Forderungen

22

4'098

Aktive Rechnungsabgrenzungen

23

611

Flüssige Mittel

26

6'185

Kurz- und langfristige Rückstellungen

27

–1'676

Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten

29

–87'367

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

31

–3'364

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

32

–1'039

Passive Rechnungsabgrenzungen

33

–1'160

Buchwert SEA S.p.A. und REC S.r.l

 

29'555

Minderheitsanteile

 

–26'516

Total Nettovermögen

 

43'001

 

 

 

Goodwill

16

962

Buchwert SEA S.p.A. und REC S.r.l

 

–29'555

Zahlung

 

14'408

 

 

 

Erworbene flüssige Mittel

 

–6'185

Geldabfluss aus der Akquisition

 

8'223

Der Goodwill wurde unter den immateriellen Anlagen aktiviert und wird über einen Zeitraum von 5 Jahren abgeschrieben.

Übergang von der Equity-Methode zur Anschaffungskostenmethode

Im März 2019 hat sich die Engie New Business im Rahmen einer einseitigen Kapitalerhöhung an der tiko Energy Solutions AG beteiligt. Der Anteil der Repower an der tiko Energy Solutions AG sank von 35,0 auf 19,85 Prozent. Die bestehende Beteiligung und Darlehensforderung als Bestandteil des Nettoinvestments in die Gesellschaft werden zu Anschaffungskosten, deren Höhe sich aus dem bisherigen Equity-Wert der Anteile zum Zeitpunkt des Wegfalls des massgeblichen Einflusses bestimmt, bilanziert. Die aus der Anwendung der Equity-Methode stammende Wertberichtigung der Beteiligung und Darlehensforderung wurde in Höhe von TCHF 4ʼ481 aufgelöst.

Übergang von der Vollkonsolidierung zur Equity-Methode

Die im Geschäftsfeld der Energiedienstleistungen tätigen Unternehmen EcoWatt AG, Sacin AG und SWIBI AG haben per Ende November 2019 fusioniert und unter den Namen esolva ag am 1. Dezember 2019 ihre zusammengelegten Tätigkeiten aufgenommen.

Im Vorfeld der Fusion hat Repower zwecks Herstellung des Zielbeteiligungsverhältnisses 10 Prozent ihrer Anteile an der SWIBI AG an einen der beteiligten Aktionäre für TCHF 2ʼ486 veräussert. Per 30. September 2019 haben die bisherigen Aktionäre der EcoWatt AG und Sacin AG ihre Geschäftsanteile gegen Ausgabe neuer Aktien in die SWIBI AG eingelegt. Der Kapital- und Stimmrechtsanteil der Repower AG an der SWIBI sank von 76,58 Prozent auf 42,05 Prozent. Die Beteiligung wird nicht mehr vollkonsolidiert, sondern als Assoziierte in der Konzernrechnung berücksichtigt.

Der Erstansatz der Beteiligung an der assoziierten Gesellschaft erfolgt im Rahmen der Übergangskonsolidierung zum anteiligen Buchwert (TCHF 2ʼ396) des zum Abgangszeitpunkt erfassten Nettovermögens der SWIBI AG. Die Beteiligung wird mittels der Equity-Methode fortgeführt.

Aus der Übergangskonsolidierung ergibt sich ein Ertrag in Höhe von TCHF 518, der unter den übrigen betrieblichen Erträgen der konsolidierten Erfolgsrechnung ausgewiesen wird. Der Nettogeldabfluss im Ausmass von TCHF 2ʼ313 wird in der Geldflussrechnung in der Zeile «Desinvestitionen vollkonsolidierter Gesellschaften (abzüglich mitgegebener flüssiger Mittel)» im Geldfluss aus Investitionstätigkeit ausgewiesen.

Die wesentlichen bilanziellen Effekte sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

 

 

Gesamtsumme

TCHF

 

 

 

Anmerkung

 

 

 

 

Sachanlagen

15

375

Immaterielle Anlagen

16

553

Finanzanlagen

18

68

Vorräte

20

285

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

21

846

Sonstige Forderungen

22

114

Aktive Rechnungsabgrenzungen

23

148

Flüssige Mittel

26

4'799

Passive latente Ertragssteuern

28

–114

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

31

–404

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

32

–193

Passive Rechnungsabgrenzungen

33

–778

Minderheitsanteile

 

–1'335

Abgehendes Nettovermögen

 

4'364

 

 

 

Erhaltene Barzahlung

 

2'486

Beteiligung an assoziierter Gesellschaft

 

2'396

Abgehendes Nettovermögen

 

–4'364

Ergebnis aus der Übergangskonsolidierung

 

518

 

 

 

Erhaltene Barzahlung

 

2'486

Flüssige Mittel abgegangen

 

–4'799

Netto-Geldabfluss aus der Übergangskonsolidierung

 

–2'313

Veränderungen des Eigentumsanteils ohne Verlust der Beherrschung

Zum 1. Januar 2019 wurde die 100-prozentige Tochter Lagobianco SA mit der sie aufnehmenden Repower AG verschmolzen.

2019 wurden nicht beherrschende Anteile an der ESE Salento S.r.l. sowie an der ESE Nurra S.r.l. erworben. Dem sich auf TCHF 554 belaufenden Netto-Geldabfluss stehen nicht beherrschende Anteile in Höhe von TCHF 700 gegenüber. Die Differenz wurde dem Kapital des Mehrheitsgesellschafters zugeordnet.

Im Zusammenhang mit dem Unternehmenserwerb der Repower Renewable S.p.A. im Geschäftsjahr 2018 verminderte sich der Konzernanteil an der SEA S.p.A. und der REC S.r.l. auf 65 Prozent.

Konsolidierungsmethode

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Purchase-Methode. Beim Kauf einer Gesellschaft werden die Aktiven und das Fremdkapital per Erwerbsdatum nach den konzerneinheitlichen Grundsätzen neu bewertet. Ein verbleibender Goodwill (Differenz zwischen Kaufpreis und anteiligem Eigenkapital) wird aktiviert und über 5 bis maximal 20 Jahre abgeschrieben. Aktiven und Passiven sowie Aufwand und Ertrag werden bei den vollkonsolidierten Gesellschaften vollständig in die Konzernrechnung integriert. Minderheitsanteile am Eigenkapital sowie Minderheitsanteile am Ergebnis von vollkonsolidierten Gesellschaften werden separat ausgewiesen.

Gruppeninterne Forderungen und Verbindlichkeiten, Aufwände und Erträge und Beteiligungsverhältnisse werden gegeneinander verrechnet und Zwischengewinne eliminiert. Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen werden mittels Equity-Methode erfasst.

Umrechnung fremder Währungen

Jede Gruppengesellschaft definiert ihre eigene funktionale Währung, mit der die Einzelabschlüsse erstellt werden. Die Jahresrechnungen von Gesellschaften in fremder Währung werden wie folgt umgerechnet: Aktiven und Fremdkapital zum Stichtagskurs, Eigenkapital zu historischen Kursen. Erfolgsrechnung und Geldflussrechnung werden zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die daraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Beim Abgang von Gesellschaften werden die ihnen zugehörigen Umrechnungsdifferenzen im konsolidierten Eigenkapitalspiegel aus den kumulierten Umrechnungsdifferenzen in die Gewinnreserven umgegliedert.

Die in den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften enthaltenen Fremdwährungstransaktionen werden zum jeweiligen Tageskurs umgerechnet, Fremdwährungssalden werden am Abschlussstichtag zum Kurs per Bilanzstichtag umgerechnet. Die daraus entstehenden Kursdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst.

Für die wichtigste Fremdwährung wurden folgende Kurse angewendet:

 

 

Stichtagskurs

Durchschnittskurs

Währung

Einheit

31.12.2019

31.12.2018

2019

2018

 

 

 

 

 

 

EUR

1

1,08540

1,12690

1,11276

1,15463

Geldflussrechnung

Der Fonds Flüssige Mittel bildet die Grundlage für den Ausweis der konsolidierten Geldflussrechnung. Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit wird mittels der indirekten Methode berechnet.

4 Bewertungsgrundsätze

Sachanlagen

Die Ersterfassung von Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Repower aktiviert Fremdkapitalkosten, sofern sich die Bauzeit über ein Jahr erstreckt und es sich um ein wesentliches Investitionsvorhaben handelt. Für die Zwecke der Folgebewertung nimmt Repower planmässig lineare Abschreibungen über die erwarteten Nutzungsdauern vor. Die jeweils geschätzte Nutzungsdauer entspricht den Branchenempfehlungen des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen und bewegt sich für die einzelne Anlagekategorie innerhalb folgender Bandbreiten:

Anlagekategorie

Nutzungsdauer

 

 

Kraftwerke

20 – 80 Jahre, je nach Art der Anlage

Netze

15 – 40 Jahre

Grundstücke

unbegrenzt

Gebäude

30 – 60 Jahre

Betriebs- und Geschäftsausstattungen

3 – 20 Jahre

Anlagen im Bau

Umgliederung auf die entsprechende(n) Anlagekategorie(n) bei Betriebsbereitschaft; allfällige Wertminderungen werden sofort erfasst

Immaterielle Anlagen

Die Ersterfassung immaterieller Anlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten. Selbst erarbeitete immaterielle Werte werden, sofern die Aktivierungsvoraussetzungen erfüllt sind, aktiviert. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen. Die jeweils geschätzte Nutzungsdauer bewegt sich für die einzelne Kategorie innerhalb folgender Grössenordnungen:

Anlagekategorie

Nutzungsdauer

 

 

Goodwill

5 - 20 Jahre

Übrige immaterielle Anlagen

3 - 5 Jahre

Die Nutzungsdauer von Konzessions- und Nutzrechten folgt den vertraglichen Regelungen.

Wertbeeinträchtigungen

Die Werthaltigkeit der Vermögenswerte wird an jedem Bilanzstichtag einer Beurteilung unterzogen. Liegen Hinweise auf eine Wertminderung vor, wird eine Berechnung des realisierbaren Wertes durchgeführt (Impairment-Test). Als realisierbarer Wert gilt der höhere der beiden Werte aus Netto-Marktwert und Nutzwert. Übersteigt der Buchwert den realisierbaren Wert, wird durch ausserplanmässige Abschreibungen eine erfolgswirksame Anpassung vorgenommen. Wenn sich die bei der Ermittlung des erzielbaren Werts berücksichtigten Fakten massgeblich verbessert haben, wird eine in früheren Berichtsperioden erfasste Wertbeeinträchtigung teilweise oder ganz erfolgswirksam aufgehoben, mit Ausnahme des Goodwills.

Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen

Die Bewertung der Beteiligungen an assoziierten Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen erfolgt mittels der Equity-Methode. Ein etwaiger Goodwill ist Bestandteil der Beteiligung an der Gesellschaft.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen umfassen Wertschriften bzw. gewährte Darlehen mit langfristigem Anlagezweck als auch Derivate. Die Wertschriften des Anlagevermögens und die Darlehen werden zu Anschaffungskosten unter Abzug allfälliger Wertbeeinträchtigungen bewertet. Die Bewertung der Derivate erfolgt zu aktuellen Werten.

Latente Ertragssteuern

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis des bilanzorientierten Temporary-Konzepts. Dabei bilden zeitlich befristete Differenzen zwischen den einzelnen Positionen in der nach Swiss GAAP FER erstellten Bilanz und der in der Steuerbilanz erfassten Salden die Basis für die Abgrenzung aktiver und passiver latenter Ertragssteuern. Aufgrund der Unsicherheit der Verrechenbarkeit der Verlustvorträge mit zukünftigen Gewinnen wird auf eine Aktivierung latenter Ertragssteuern verzichtet.

Vorräte

Vorräte sind Güter, die im ordentlichen Geschäftsverlauf zur Veräusserung, zur Herstellung von Waren oder zur Erbringung von Dienstleistungen verbraucht werden. Die Erstbewertung erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Bewertung des Endbestands der Vorräte erfolgt mit Durchschnittskosten oder zum tieferen Netto-Marktwert. Erhaltene Skonti werden unter dem Finanzertrag ausgewiesen.

Repower erbringt Dienstleistungen für Dritte. Einzeln unwesentliche Aufträge werden unter den Vorräten zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfassen die Forderungen aus den Geschäftsaktivitäten, die durch Lieferung und Leistung bereits erfüllt wurden, deren Erfüllung durch den Schuldner jedoch noch aussteht. Forderungen werden zum Nominalwert bilanziert, wobei erforderliche Wertbeeinträchtigungen angemessen berücksichtigt sind.

Sonstige Forderungen 

Einzeln für Repower, im Rahmen ihres Dienstleistungsgeschäfts, bedeutende Aufträge werden zum anteiligen Auftragserlös abzüglich bereits fakturierter Beträge und erhaltener Anzahlungen unter den sonstigen Forderungen erfasst, sofern die entsprechenden Ansatzvoraussetzungen des FER 22 «Langfristige Aufträge» erfüllt sind. Der Fertigstellungsgrad für die Anwendung der Percentage of Completion-Methode wird für jeden Auftrag einzeln nach der Cost to cost-Methode ermittelt.

Weiterhin beinhaltet diese Position alle übrigen kurzfristigen Forderungen. Ihre Bewertung erfolgt zum Nominalwert, wobei erforderliche Wertbeeinträchtigungen angemessen berücksichtigt sind.

Rechnungsabgrenzungen

Aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten dienen sowohl der korrekten Vermögens- und Schuldendarstellung am Bilanzstichtag als auch der periodengerechten Erfassung des Aufwands und des Ertrags in der Erfolgsrechnung.

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden insbesondere geleistete sowie empfangene, aber noch nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen ausgewiesen.

Wertschriften

Die Wertschriften umfassen Aktien, Obligationen, Anteile an Fonds, aber auch Derivate und kurzfristige Geldanlagen. Sowohl die Erst- als auch die Folgebewertung erfolgt zu aktuellen Werten. Liegt kein aktueller Wert vor, werden die Wertschriften des Umlaufvermögens höchstens zu Anschaffungskosten abzüglich allfälliger Wertbeeinträchtigungen bewertet.

Wiederbeschaffungswerte Held for Trading-Positionen

Kontrakte in der Form von Termingeschäften (Forwards, Futures) mit der Absicht, Handelserfolg resp. -marge zu erzielen, werden als derivative Finanzinstrumente behandelt und als Held for Trading-Positionen resp. Wiederbeschaffungswerte bezeichnet. Am Bilanzstichtag werden alle offenen derivativen Finanzinstrumente aus Energiehandelsgeschäften erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und die positiven und negativen Wiederbeschaffungswerte in den Aktiven und Passiven ausgewiesen. Positive Wiederbeschaffungswerte stellen Forderungen dar. Negative Wiederbeschaffungswerte stellen Verpflichtungen dar. Der Wiederbeschaffungswert ergibt sich aus der Preisabweichung im Vergleich zum Abschlusspreis. 

Für die Bewertung der offenen Kontrakte werden Marktdaten von Strombörsen (z.B. EEX Leipzig) verwendet. Für den Anteil der Kontrakte, für den kein liquider Markt besteht, erfolgt die Bewertung auf Basis eines Bewertungsmodells.

Die Verrechnung von laufenden Transaktionen mit positiven und negativen Wiederbeschaffungswerten erfolgt dann, wenn in den Verträgen entsprechende Regelungen enthalten sind, die Verrechnungen beabsichtigen und sie gesetzlich erlaubt sind.

Der realisierte und unrealisierte Erfolg der Held for Trading-Positionen wird unter der Position «Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen» ausgewiesen.

Flüssige Mittel

Zu den «Flüssigen Mitteln» gehören Bargeld, Sichtguthaben bei Banken und anderen Finanzinstituten (z.B. Post) und geldnahe Mittel, falls sie als Liquiditätsreserve gehalten werden, kurzfristig und äusserst liquide sind und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen. Geldnahe Mittel haben am Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von höchstens 90 Tagen. Kurzfristig kündbare Festgelder mit einer vereinbarten Laufzeit von über 90 Tagen gelten ebenso als Zahlungsmitteläquivalent (geldnahe Mittel). Voraussetzung ist, dass diese per Bilanzstichtag durch Kündigung innerhalb von 90 Tagen wieder unmittelbar für Zahlungszwecke zur Verfügung stehen.

Rückstellungen

Eine Rückstellung ist eine auf einem Ereignis vor dem Bilanzstichtag begründete wahrscheinliche Verpflichtung, deren Höhe und/oder Fälligkeit ungewiss, aber abschätzbar ist. Für faktische und gesetzliche Verpflichtungen sowie für drohende Risiken und Verluste werden Rückstellungen gebildet. Bestehende Rückstellungen werden an jedem Bilanzstichtag neu bewertet. Die Rückstellungen werden in kurzfristige (fällig innerhalb von zwölf Monaten) und langfristige (fällig nach zwölf Monaten) unterteilt. Übt der Faktor Zeit einen wesentlichen Einfluss aus, wird die Rückstellung diskontiert.

Finanzverbindlichkeiten

Finanzverbindlichkeiten umfassen Finanzierungen als auch Derivate und werden zu Nominalwerten bzw. aktuellen Werten erfasst. Etwaige Unterschiedsbeträge zwischen Auszahlung und Rückzahlungsbetrag von Anleihen oder Namensschuldverschreibungen werden linear über die Laufzeit der Instrumente verteilt. Entstandene, aber noch nicht in Rechnung gestellte Zinsen, werden per Bilanzstichtag über die Position «Passive Rechnungsabgrenzungen» abgegrenzt. Je nach Fristigkeit erfolgt ein Ausweis unter den langfristigen oder kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten.

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 

Zu den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten zählen alle nicht einer der übrigen Kategorien zugehörigen Verbindlichkeiten, die nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Bilanzstichtag fällig werden. Repower weist unter dieser Position insbesondere die erhaltenen Anschluss- und Netzkostenbeiträge aus, welche über einen Zeitraum von 35 Jahren erfolgswirksam aufgelöst werden.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als zwölf Monaten und entstehen aus Lieferungen, Werksleistungen, Dienstleistungen, Mietverhältnissen etc. Die Bilanzierung erfolgt zu Nominalwerten.

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

Diese Position beinhaltet alle übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, die nicht den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zugeordnet werden können. Die Bilanzierung erfolgt zu Nominalwerten.

Personalvorsorge

Die Mitarbeitenden der Repower AG in der Schweiz sind per Bilanzstichtag der PKE Vorsorgestiftung Energie angeschlossen. Dabei handelt es sich um eine rechtlich selbstständige Vorsorgeeinrichtung, die nach dem Beitragsprimat im Sinne des Bundesgesetzes über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) aufgebaut ist. Die Bewertung und der Ausweis erfolgen gemäss FER 16. Wirtschaftliche Auswirkungen aus Vorsorgeeinrichtungen sind entweder ein wirtschaftlicher Nutzen oder eine wirtschaftliche Verpflichtung für die Gesellschaft. Sie werden auf den Bilanzstichtag beurteilt und in der Jahresrechnung der Gesellschaft erfasst. Arbeitgeberbeitragsreserven werden zu ihrem Nominalwert bzw. Barwert unter den Finanzanlagen ausgewiesen.

Eine Besonderheit im italienischen Recht ist die Auszahlung eines Abgangsgeldes. Dieses entspricht etwa einem Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr und ist bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses in jedem Fall geschuldet. Die Rückstellung für diese Verpflichtung wird nach länderspezifisch anerkannter Methode berechnet und die Veränderung im Personalaufwand erfasst.

Cashflow-Hedges

Abgeschlossene Derivate zwecks Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretender Cashflows werden nicht bilanziert, sondern im Anhang ausgewiesen.

Leasing

Bei einem Leasinggeschäft werden bestimmte Güter einem Leasingnehmer gegen Entgelt zum Gebrauch überlassen. Es ist zwischen Finanzierungsleasing und operativem Leasing zu unterscheiden. Wenn mit der wirtschaftlichen Nutzung des Leasingguts alle wesentlichen Chancen und Risiken auf den Leasingnehmer übergehen, liegt ein Finanzierungsleasing vor. Sonst handelt es sich um ein operatives Leasing. Beim Finanzierungsleasing wird das Leasinggut in den Sachanlagen und Finanzverbindlichkeiten bilanziert. Die gezahlten Leasingraten werden in einen Zins- und Tilgungsanteil aufgeteilt. Leasinggüter aus operativem Leasing werden nicht bilanziert. Gezahlte bzw. erhaltene Leasingraten werden periodengerecht erfasst.

Ausserbilanzgeschäfte

Eventualverpflichtungen und -forderungen werden am Bilanzstichtag bewertet und sind im Anhang ausgewiesen. Falls ein Mittelabfluss ohne nutzbaren Mittelzufluss wahrscheinlich und abschätzbar ist, wird eine Rückstellung gebildet.

Nahestehende Personen und Unternehmen

Als nahestehende Person (natürliche oder juristische) wird betrachtet, wer direkt oder indirekt einen bedeutenden Einfluss auf finanzielle oder operative Entscheidungen der Gruppe ausüben kann. Organisationen, welche direkt oder indirekt ihrerseits von den selben nahestehenden Personen bzw. Unternehmen beherrscht werden, gelten ebenfalls als nahestehend. Alle wesentlichen Transaktionen und daraus resultierende Guthaben oder Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen werden in dieser konsolidierten Jahresrechnung offengelegt.