Finanzkommentar

Mit einem EBIT von 51 Mio. CHF und einem Gruppenergebnis von 34 Mio. CHF erreichte Repower im ersten Halbjahr 2026 ein solides Ergebnis.

Gesamtergebnis

Mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 51 Mio. CHF (Vorjahr: 65 Mio. CHF) und einem Gruppenergebnis von 34 Mio. CHF (47 Mio. CHF) erzielte Repower im ersten Halbjahr 2026 ein solides Ergebnis. Trotz der Abnahme gegenüber dem direkten Vorjahresvergleichszeitraum liegen beide Kennzahlen über dem durchschnittlichen Niveau der ersten Halbjahre vor 2023. Die ausserordentlich hohen Ergebnisse ab 2023 waren wesentlich durch positive Absicherungswirkungen aus der Hochpreisphase an den Energiemärkten geprägt, die in den Folgejahren schrittweise ausliefen und im Berichtszeitraum weitgehend aufgebraucht waren. Die Eigenkapitalquote der Repower-Gruppe beträgt 58 Prozent gegenüber 59 Prozent zum Vorjahresende.

Marktumfeld

Im ersten Halbjahr 2026 zeigten sich in den für Repower relevanten Märkten – also in der Schweiz und Deutschland (Segment «Markt Schweiz») sowie Italien (Segment «Markt Italien») – eine robuste Stromnachfrage, ein weiter steigender Anteil erneuerbarer Energien und volatile Preise. Photovoltaik und Windkraft legten in Europa weiter zu. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 blieben die durchschnittlichen Grosshandelspreise insgesamt stabil bis leicht erhöht. In der Schweiz bestimmten Wasserkraft und Speichermanagement das Marktgeschehen. Die Füllstände der Speicherseen lagen per Berichtsdatum unter dem langjährigen Durchschnitt. Italien war geprägt durch eine starke Rolle der Photovoltaik, weiterhin relevante konventionelle Stromerzeugung und eine strukturelle Nettoimportposition. Die Präsenz in Märkten mit unterschiedlichen Erzeugungs- und Preisstrukturen stärkte die Risikodiversifikation: Entwicklungen bei Wetter, Nachfrage und Energiepreisen wirken sich in der Schweiz, Italien und Deutschland unterschiedlich auf Produktion, Beschaffung und Absatz aus.

Umsatzentwicklung und Energiebruttomarge

Die Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen sanken gegenüber der Vorjahresperiode von 1’062 Mio. CHF auf 929 Mio. CHF. Gleichzeitig ging die Energiebeschaffung von 864 Mio. CHF auf 740 Mio. CHF zurück. Die Energiebruttomarge, definiert als Differenz zwischen Nettoerlösen aus dem Energiegeschäft und Energiebeschaffung, verringerte sich um 5 Prozent von 179 Mio. CHF auf 170 Mio. CHF. Trotz tieferer Nettoerlöse blieb die Energiebruttomarge weitgehend stabil, weil auch die Kosten der Energiebeschaffung deutlich zurückgingen.

Segment «Markt Schweiz»

In der Schweiz waren die hydrologischen Rahmenbedingungen für die Wasserkraftproduktion im ersten Halbjahr 2026 ungünstig. Der Frühling war insgesamt sehr warm und trocken. Die Niederschlagsmengen lagen deutlich unter dem üblichen Niveau. Entsprechend blieben die produzierten Energiemengen wesentlich hinter den Erwartungen zurück.

Die tiefere Produktion belastete die Energiebruttomarge. Gleichzeitig erhöhten die tiefen Speicherstände die Preisunterschiede zwischen den europäischen Märkten und den Wert flexibler Wasserkraftproduktion, wovon das Handelsgeschäft profitierte. Insgesamt sank die Energiebruttomarge um 11 Mio. CHF von 115 Mio. CHF auf 104 Mio. CHF.

Aufgrund tieferer Strompreisprognosen wurden im Vorjahr Wertminderungen auf Wasserkraftanlagen in Höhe von 5 Mio. CHF vorgenommen.

Der Vorjahresvergleichszeitraum war durch die Übertragung des Geschäftsbereichs PLUG’N ROLL an Dritte begünstigt. Aus dem Veräusserungsgewinn und der damit verbundenen Auflösung einer Rückstellung für belastende Verträge resultierte insgesamt ein positiver Effekt von 2 Mio. CHF.

Das EBIT des Segments «Markt Schweiz» sank auf 42 Mio. CHF gegenüber 50 Mio. CHF im Vorjahr. Dennoch blieb das Segment, getragen insbesondere vom internationalen Handelsgeschäft, der wichtigste Ergebnisbestandteil der Gruppe.

Segment «Markt Italien»

Die Energiebruttomarge des Segments «Markt Italien» stieg im ersten Halbjahr 2026 gegenüber der Vorjahresperiode um 2 Mio. CHF auf 66 Mio. CHF. Der Anstieg ist insbesondere auf die Handelsaktivitäten in Mailand zurückzuführen. Gegenläufig wirkten tiefere Margen im Vertrieb und im Bereich Renewable. Das Gaskombikraftwerk Teverola kam aufgrund technischer Einschränkungen nur punktuell zum Einsatz.

Der positive Margeneffekt wurde durch höhere weitere operative Aufwendungen mehr als kompensiert. Diese nahmen insbesondere aufgrund planmässiger Marketing- und Kommunikationskampagnen um 3 Mio. CHF zu, nachdem sie im Vorjahr ausserordentlich tief waren. Die Kampagnen zielen darauf ab, den Vertrieb weiter zu stärken. Insgesamt wirkte sich die Entwicklung daher negativ auf das operative Ergebnis aus.

Das EBIT des Segments «Markt Italien» beträgt 16 Mio. CHF und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 18 Mio. CHF.

Segment «Übrige Segmente und Aktivitäten»

Die übrigen Kosten des Segments blieben gegenüber der Vorjahresperiode stabil. Das Vorjahr war durch den Veräusserungsgewinn aus dem ehemaligen Werkareal in Ilanz begünstigt. Aus der Veräusserung resultierte ein Gewinn von 5 Mio. CHF. Gleichzeitig wurde für bestehende umweltrechtliche Altlasten eine Rückstellung von 1 Mio. CHF gebildet.

Das EBIT des Segments «Übrige Segmente und Aktivitäten» beläuft sich auf rund –7 Mio. CHF (Vorjahr: –3 Mio. CHF).

Finanzerfolg

Der Finanzerfolg liegt mit –7 Mio. CHF auf Vorjahresniveau. Höhere Verluste aus der Stichtagskursbewertung infolge der stärkeren Abwertung des Euro wurden durch geringere Verluste aus Devisentermingeschäften weitgehend kompensiert.

Ergebnis vor Steuern

Das Ergebnis vor Steuern betrug 44 Mio. CHF und lag damit 14 Mio. CHF unter dem Vorjahreswert. Die Ertragssteuern gingen von 11 Mio. CHF auf 10 Mio. CHF zurück. Der effektive Ertragssteuersatz erhöhte sich von 19 auf 23 Prozent.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahresende 2025 um 29 Mio. CHF auf 2’113 Mio. CHF. Der Anstieg ist vor allem auf höhere Sachanlagen (+22 Mio. CHF) und ein leicht höheres Umlaufvermögen (+7 Mio. CHF) zurückzuführen. Passivseitig wurde der Bilanzanstieg überwiegend durch zusätzliches Fremdkapital finanziert: Die Zunahme des Fremdkapitals um 36 Mio. CHF überkompensierte den Rückgang des Eigenkapitals um 7 Mio. CHF. Per 30. Juni 2026 beträgt das Eigenkapital 1’223 Mio. CHF gegenüber 1’230 Mio. CHF am Jahresende 2025. Trotz dieser leichten Verschiebung in Richtung Fremdkapital bleibt die Kapitalstruktur mit einer Eigenkapitalquote von 58 Prozent (59 Prozent) weiterhin solide.

Liquiditätslage

Trotz des tieferen Gruppenergebnisses von 34 Mio. CHF gegenüber 47 Mio. CHF im Vorjahr erwirtschaftete Repower einen Geldfluss aus Geschäftstätigkeit von 111 Mio. CHF, gegenüber 62 Mio. CHF in der Vorjahresperiode. Die Freisetzung von Mitteln aus dem Nettoumlaufvermögen belief sich auf 56 Mio. CHF, nachdem im Vorjahr Mittel von 5 Mio. CHF gebunden worden waren.

Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr auf –68 Mio. CHF (–88 Mio. CHF). Der Mittelabfluss resultierte im Wesentlichen aus Investitionen in Sach- und immaterielle Anlagen in Höhe von –57 Mio. CHF (–53 Mio. CHF) sowie aus Nettoinvestitionen in Festgelder von insgesamt –18 Mio. CHF (–31 Mio. CHF). Positiv wirkte die Veräusserung von Minderheitsanteilen an der Solis S.r.l., die zu einem Mittelzufluss von 6 Mio. CHF führte.

Der Geldabfluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich auf 46 Mio. CHF, gegenüber 63 Mio. CHF im Vorjahr. Die Finanzverbindlichkeiten wurden netto um 2 Mio. CHF reduziert, nach 14 Mio. CHF im Vorjahr. In der Nettorückzahlung der aktuellen Periode enthalten ist ein Mittelzufluss von 5 Mio. CHF aus der anteiligen Veräusserung des konzerninternen Aktionärsdarlehens gegenüber der Solis S.r.l. an den Erwerber der Solis-Anteile.

Die flüssigen Mittel sanken gegenüber dem Vorjahresende um 6 Mio. CHF auf 333 Mio. CHF per Halbjahresende.

Die Nettoliquidität belief sich per 30. Juni 2026 auf 143 Mio. CHF und lag damit über dem Wert von 128 Mio. CHF per 31. Dezember 2025. Sie ergibt sich aus den flüssigen Mitteln, kurzfristigen Finanzanlagen und Festgeldanlagen abzüglich der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten inklusive Zinsabgrenzungen. Die kurzfristigen Festgeldanlagen stiegen gegenüber dem Vorjahresende von 60 Mio. CHF auf 75 Mio. CHF.

Ausblick

Für das zweite Halbjahr bleibt das Marktumfeld anspruchsvoll. Die Entwicklung der Energiepreise, die Volatilität an den Energiemärkten, die hydrologische Lage sowie die Verfügbarkeit der Produktionsanlagen werden die Ergebnisentwicklung weiterhin prägen. Geopolitische Unsicherheiten und tiefe Gasspeicherstände können die Preisschwankungen zusätzlich verstärken. Die flexible Bewirtschaftung der Wasserkraftanlagen bleibt für Repower wirtschaftlich von hoher Bedeutung und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Mit ihrem diversifizierten Geschäftsmodell, ihrer Präsenz in mehreren Märkten, der lokalen Verankerung in Graubünden und ihrer soliden finanziellen Basis ist Repower gut positioniert und erwartet für das Geschäftsjahr 2026 weiterhin ein solides Ergebnis.

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